Samstag, 11. April 2026

Pale blue dot Predigt Quasimodogeniti 2026 Joh 20

 Lesung:

Die Lesung steht im Brief des Apostels Paulus an die Kolosser im 2. Kapitel

Der Apostel schreibt an seine Gemeinde in Kolossä:

 

Was wir sind, sind wir durch Jesus Christus, den in Christus erfahren wir Gott. Er schreibt das mit Worten eines alten Liedes, das er im Gottesdienst gehört hat:

 

Kol 2

9In Jesus Christus ist die ganze Fülle Gottes

leibhaftig gegenwärtig.

10Und an dieser Fülle habt ihr Anteil,

weil ihr zu Christus gehört.

Der steht als Haupt über allen Mächten und Gewalten.

12In der Taufe wurdet ihr mit ihm begraben.

Mit ihm wurdet ihr auch auferweckt.

Denn ihr habt an die Kraft Gottes geglaubt,

der Christus von den Toten auferweckt hat.

14Er hat den Schuldschein getilgt, der uns belastete –

einschließlich seiner Vorschriften,

die gegen uns standen.

Er hat ihn ans Kreuz angenagelt und damit beseitigt.

15Er hat die Mächte und Gewalten entwaffnet

und sie öffentlich zur Schau gestellt.

Er führt sie im Triumphzug mit,

der für Christus abgehalten wird.

 

 

Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit, Hallelujah!

 

 

 

 

Predigt:

Joh 20 19Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.

 

 

 

 

Predigt zum Sonntag Quasimodogeniti 2026

Joh 20,19–20

Friede sei mit euch

Diese Woche war ein merkwürdiger Kontrast zu beobachten.

Auf der einen Seite: vier Menschen in einer Raumkapsel, auf dem Weg zum Mond und zurück. Die Artemis-II-Mission. Am Ostersonntag, während sie sich dem Mond näherten und gleich für vierzig Minuten hinter ihm verschwinden würden — ohne Funkkontakt, allein im All —, sprach Victor Glover, der Pilot der Mission, in die Kamera. Ungeplant, wie er selbst sagte. Einfach so. Er schaute auf die Erde zurück und sagte: „Ich kann die Erde als ein einziges Ding sehen." Und: „In all dieser Leere, in diesem Nichts, das wir Universum nennen, habt ihr diese Oase, diesen wunderschönen Ort, an dem wir zusammen existieren dürfen." Kurz bevor die Verbindung abriss, sagte er noch: er fühle die „Liebe von der Erde" — und: „Wir lieben euch vom Mond aus." 

Auf der anderen Seite: Donald Trump, am 7. April, auf Truth Social. „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren." Er meinte den Iran.

Zwei Sätze. Aus derselben Woche. Derselbe Planet. Aber zwei völlig verschiedene Welten.

Der Kosmos

Der Kolosserbrief beginnt seine Christologie mit einem Paukenschlag. Nicht mit dem Stall von Bethlehem, nicht mit dem Jordan, nicht mal mit dem Kreuz — sondern mit dem Universum.

In Jesus Christus ist die ganze Fülle Gottes leibhaftig gegenwärtig. Er steht als Haupt über allen Mächten und Gewalten.

Alle Mächte und Gewalten. Das ist nicht nur politisch gemeint, obwohl es auch politisch gemeint ist. Das ist kosmisch gemeint. Der ganze Kosmos — alles, was ist, was war, was sein wird — steht unter diesem Haupt. Christus ist nicht der Gott einer kleinen Frömmigkeitsecke. Er ist nicht der Schutzpatron bestimmter Kulturen oder Zivilisationen. Er ist der, durch den und auf den hin dieser ganze unbegreifliche Kosmos existiert.

Jetzt rechnen wir kurz nach. Das Universum ist ungefähr 13,8 Milliarden Jahre alt. Die Erde ist 4,5 Milliarden Jahre alt. Der Mond, den die Artemis-Crew gerade umrundet hat, ist 384.000 Kilometer entfernt. Das ist — kosmisch gesehen — nebenan. Der nächste Stern ist 4,2 Lichtjahre entfernt. Die Milchstraße hat ungefähr 200 Milliarden Sterne. Und sie ist eine von schätzungsweise zwei Billionen Galaxien.

Zwei Billionen Galaxien.

Und in diese Wirklichkeit hinein sagt der Kolosserbrief: In Jesus Christus ist die ganze Fülle Gottes leibhaftig gegenwärtig.

Das ist entweder der kühnste Satz, der je geschrieben wurde. Oder der lächerlichste. Gleichgültig kann man ihm kaum begegnen.

Victor Glover hat diesen Kosmos von außerhalb der Erde gesehen. Er hat die Erde gesehen — einen kleinen blauen Punkt in einem unvorstellbaren Nichts. Und sein Reaktion war: Staunen. Liebe. Das Gefühl von Zusammengehörigkeit. Wir lieben euch vom Mond aus.

Das ist vielleicht die menschlichste Reaktion auf den Kosmos überhaupt. Nicht Angst. Nicht Machtanspruch. Staunen und Liebe. Der amerikanische Wissenschaftler Carl Sagan sprach, als vor 50 Jahren die ersten Bilder der Erde aus dem All sah, vom pale blue dot - dem hellblauen Punkt. 

Die Torheit der Mächtigen

Und dann Trump: Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben.

Ich möchte das nicht moralisch abkanzeln. Ich möchte es kosmisch einordnen.

Da sitzt ein Mann — auf einem kleinen blauen Punkt, in einer von zwei Billionen Galaxien, auf einem Planeten, der seit 4,5 Milliarden Jahren existiert, und schreibt auf einen Onlinedienst: Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben.

Und meint damit: Er hat die Macht. Er entscheidet. Die Geschichte dreht sich um ihn.

Der Kolosserbrief hat für solche Ansprüche ein Wort: Mächte und Gewalten. Er meint damit die Kräfte, die sich aufspielen als wären sie das Letzte und Entscheidende. Die großtun. Die drohen. Die einschüchtern. Die glauben, das letzte Wort zu haben.

Und er sagt über diese Mächte und Gewalten: Er hat sie entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt. Er führt sie im Triumphzug mit — dem Triumphzug Christi.

Das ist ein Bild aus der Antike. Wenn ein römischer General siegreich zurückkehrte, führte er die besiegten Feinde im Triumphzug durch die Stadt. Gefesselt. Zur Schau gestellt. Entmachtet.

So, sagt Paulus, ist das mit den Mächten und Gewalten. Sie machen sich groß. Sie drohen. Sie verkünden, wer sterben wird. Aber sie sind bereits entmachtet. Bereits im Schlepptau des Auferstandenen. Bereits lächerlich gemacht — nicht durch Gegenmacht, sondern durch die schiere Überwältigung dessen, was in Christus geschehen ist.

Es gibt eine tiefe Ironie darin. Wer wirklich etwas vom Kosmos verstanden hat — von seiner Größe, von seiner Schönheit, von seiner Stille —, der redet nicht so. Der hat keine Zeit für solche Sätze. Der schaut auf die Erde und sagt: Wir lieben euch.

Wer den Kosmos nicht gesehen hat — wer nur seinen eigenen Machtbereich sieht, seine eigene Geschichte, seine eigene Agenda —, der glaubt, das letzte Wort zu haben. Der redet von Zivilisationen, die sterben. Der redet, als wäre er der Mittelpunkt von allem.

Er ist es nicht. Das ist die schlichte Botschaft des Kolosservbriefes. Der Mittelpunkt von allem ist ein anderer.

Hinter verschlossenen Türen

Die Jünger sitzen am Abend des ersten Wochentages hinter verschlossenen Türen. Aus Angst. Das ist der Ausgangspunkt. Nicht Glaube, nicht Hoffnung. Angst.

Und dann steht Jesus da. Mitten unter ihnen. Die Türen sind noch zu. Trotzdem ist er da.

Und das Erste, was er sagt, ist: Friede sei mit euch.

Nicht: Wie habt ihr das zulassen können? Nicht: Wo wart ihr? Nicht: Ich muss euch jetzt etwas erklären. Das erste Wort ist Frieden. Shalom. Mehr als ein Gruß — eine Zusage. Eine neue Wirklichkeit, in den Raum hineingesprochen.

Man muss sich überlegen, wer das sagt. Und zu wem.

Der Auferstandene sagt es. Einer, der gestorben ist durch menschliche Gewalt, durch politische Kalkulation, durch Feigheit und Verrat. Der Anklage erheben könnte. Der abrechnen könnte. Aber sein erstes Wort ist nicht Anklage. Es ist Friede.

Und er sagt es zu Menschen, die ihn im Stich gelassen haben. Die weggelaufen sind. Die sich versteckt haben.

Das erste Wort ist trotzdem: Friede sei mit euch.

Das ist kein sentimentales Wort. Das ist das härteste Wort, das man sprechen kann. Es durchkreuzt alle Logik von Schuld und Strafe. Es sagt: Das ist nicht das, worüber ich mit euch reden will. Was zwischen uns steht, ist das: Friede.

Dann zeigt er die Wunden

Dann zeigt Jesus den Jüngern die Hände und seine Seite. Die Wunden sind noch da.

Der Auferstandene ist nicht makellos. Er ist nicht der Jesus aus dem Kitschbild. Er trägt die Spuren dessen, was geschehen ist.

Das ist wichtig. Denn der Friede, den er bringt, ist kein Friede des Vergessens. Er schaut nicht weg. Er verdrängt nichts. Die Wunden sind da — aber sie sind am Leib des Lebendigen. Sie definieren ihn nicht mehr. Sie töten ihn nicht mehr.

Das ist der Unterschied zwischen dem Frieden Jesu und dem, was die Welt Friede nennt. Die Welt nennt Friede oft: Schweigen über das, was war. Nicht hinschauen. Verdrängen. Oder — Trump-Stil — einfach verkünden, es sei ein Sieg, und weiterziehen.

Der Friede Jesu schaut hin. Er trägt die Wunden. Und er sagt trotzdem — oder gerade deshalb: Friede.

Friede sei mit euch

Und dann: Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.

Freude. Nach allem. Nicht weil die Welt nun problemlos wäre. Nicht weil die Türen nun offen stehen und draußen alles gut ist. Sondern weil sie ihn sehen. Den Gekreuzigten, der lebt. Den, der Herr ist über alle Mächte und Gewalten. Den, dessen erstes Wort Friede ist.

Quasimodogeniti. Erster Sonntag nach Ostern. Die Osterglocken sind verstummt. Die Welt ist wieder die Welt.

Und die Welt ist tatsächlich kompliziert. Es gibt Krieg. Es gibt Drohungen. Es gibt Menschen, die über das Verschwinden von Zivilisationen schreiben, als wäre das eine Option unter anderen. Und gleichzeitig gibt es vier Menschen, die vom Mond zurückkommen und sagen: Wir sehen eine Erde. Wir lieben euch.

Und es gibt den Auferstandenen, der in einen verschlossenen Raum tritt. Und das Erste, was er sagt, ist nicht die Zusammenfassung der Weltlage. Nicht eine Analyse der Mächte und Gewalten. Nicht ein Plan.

Er sagt: Friede sei mit euch.

In all dieser Leere, in diesem Nichts, das wir Universum nennen — dieser eine blaue Punkt. Diese eine Oase. Und der, dem aller Kosmos gehört, sagt zu den Menschen auf diesem Punkt: Friede.

Das reicht.

Amen.


Samstag, 21. Februar 2026

Drei Versuchungen. Predigt zu Gen 3, 1-24

 Predigt zu 1. Mose 3,1–24

Sonntag Invokavit

„Und er aß."


Predigttext:
 
1Und die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? 2Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! 4Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, 5sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
6Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. 7Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
8Und sie hörten Gott den Herrn, wie er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des Herrn zwischen den Bäumen im Garten. 9Und Gott der Herr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 10Und er sprach: Ich hörte dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. 11Und er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? 12Da sprach Adam: Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. 13Da sprach Gott der Herr zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß.
14Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang. 15Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
16Und zur Frau sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Mann sein, aber er soll dein Herr sein.
17Und zum Mann sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen –, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. 18Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. 19Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist. Denn Staub bist du und zum Staub kehrst du zurück.
20Und Adam nannte seine Frau Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. 21Und Gott der Herr machte Adam und seiner Frau Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. 22Und Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! 23Da wies ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. 24Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.


Drei Versuchungen. Eine Geschichte. Und alle drei gehören zusammen – Eva, Adam, Gott. Erst wenn wir alle drei sehen, verstehen wir, was hier wirklich geschieht.


I. Die Versuchung Evas – der Griff nach oben

„Sollte Gott wirklich gesagt haben…?"

Die Schlange beginnt nicht mit einer Lüge. Sie beginnt mit einer Frage. Das ist wichtig. Lügen kann man abwehren. Eine klug gestellte Frage unterhöhlt von innen. Sie säet Zweifel, ohne ihn auszusprechen. Sie lässt den anderen selbst weiterdenken – in die gewünschte Richtung.

Und Eva denkt mit. Sie korrigiert die Schlange sogar in einem Detail. Ein gepflegtes Gespräch über Gott, bei dem Gott unmerklich aus der Mitte rückt. Das ist die Versuchung in ihrer raffiniertesten Form: nicht Gotteslästerung, sondern Gottesrelativierung. Nicht „Gott existiert nicht", sondern „Gott meint es sicher nicht so streng."

Dann sieht Eva den Baum. Gut zu essen. Lust für die Augen. Verlockend, weil er klug macht. Leib, Auge, Geist – drei Ebenen des Begehrens, und keine davon ist an sich schlecht. Das Verhängnis liegt nicht im Wunsch nach Nahrung, Schönheit oder Erkenntnis. Es liegt darin, dass diese guten Wünsche nun ohne Gott verfolgt werden. Der Griff nach dem Baum ist ein Griff nach oben – nach Gottgleichheit, nach Autonomie, nach einem Leben, das sich selbst genügt.

„Ihr werdet sein wie Gott." Das Angebot klingt großartig. Und es enthält sogar ein Körnchen Wahrheit – der Mensch ist ja nach Gottes Bild geschaffen. Aber das Bild Gottes zu sein ist ein Geschenk, keine Beute. Man kann es nicht greifen. Man kann es nur empfangen. Wer es greift, verliert es.


II. Die Versuchung Adams – das Schweigen

Hier passiert etwas, das leicht überlesen wird. Adam steht daneben. Er ist dabei – „und er war bei ihr", sagt der Text. Er hört das Gespräch mit der Schlange. Er sieht, wie Eva die Frucht nimmt. Und er sagt: nichts.

Adams Versuchung ist nicht der Griff nach der Frucht. Seine Versuchung ist das Schweigen davor. Er hätte sprechen können. Er hätte widersprechen können. Er hätte sich erinnern können, was Gott gesagt hatte – er war es, dem Gott das Gebot gegeben hatte, noch bevor Eva geschaffen wurde. Er war der Zeuge. Und er schweigt.

Dann nimmt er die Frucht von Evas Hand – und isst. Drei Worte im Hebräischen. Kein Kommentar. Keine Überlegung. Kein innerer Kampf, den der Text beschreibt. Einfach: er aß. Als wäre es das Natürlichste der Welt. Als zöge die Tat ihn mit, bevor er sie wirklich gewählt hat.

Das ist eine zweite Form der Versuchung: nicht die aktive Übertretung, sondern das passive Mitgehen. Das Ja, das man nie laut sagt, sondern einfach vollzieht. Die Schuld, die entsteht, weil man nichts getan hat. Adam ist nicht der Verführer. Er ist der Mitläufer. Und auch das ist Sünde.

Als Gott ihn zur Rede stellt, kommt die dritte Form: das Abschieben. „Die Frau, die du mir zugesellt hast – sie gab mir." Ein Satz, der nicht nur Eva beschuldigt, sondern auch Gott. Du hast mir diese Frau gegeben. Du bist mitschuldig. Der Mensch, der gerade versagt hat, macht Gott zum Mitangeklagten. Auch das kennen wir. Auch das ist uralt.


III. Die Versuchung Gottes – und die Entscheidung der Gnade

Jetzt kommt die dritte Versuchung. Die unerhörteste. Die, über die wir am seltensten sprechen.

Gott hatte gesagt: „An dem Tag, da du davon isst, wirst du des Todes sterben." Das war kein leerer Satz. Das war Gottes Wort. Und Gottes Wort hat Gewicht. Die Tat ist geschehen. Die Konsequenz wäre klar. Die Logik des Gerichts zieht in eine Richtung: Der Tod ist die folgerichtige Antwort auf den Verrat.

In diesem Moment steht Gott – wenn wir so reden dürfen – vor einer Versuchung eigener Art. Nicht einer moralischen Schwäche. Aber einer echten Spannung: zwischen dem Ernst seines Wortes und dem Erbarmen seiner Liebe. Gerechtigkeit zieht nach unten. Gnade zieht nach oben. Gott hält diese Spannung aus.

Und er entscheidet sich anders, als sein Drohwort es zu fordern schien. Er tötet nicht. Er tritt in den Garten. Er fragt. Er sucht. Er hört die kläglichen Ausreden – und verurteilt, ohne zu vernichten. Er verflucht die Schlange. Er benennt die Folgen für Frau und Mann. Aber er gibt sie nicht preis.

Und dann, fast unmerklich, fast zärtlich: Er näht ihnen Kleider aus Fell. Gott der Schöpfer wird zum Schneider. Er bedeckt die Scham, die sein Urteil bloßgelegt hat. Er kleidet die Menschen ein, bevor er sie hinaustreibt. Die Vertreibung ist real – aber sie geschieht nicht nackt. Sie geschieht in Gottes Fürsorge.

Das ist keine Selbstverständlichkeit. Es kostet etwas. Die Spannung zwischen Gerechtigkeit und Gnade löst sich nicht einfach auf – sie wird von Gott getragen. Luther und nach ihm Karl Barth haben das gesehen: Gott nimmt den Zorn in sich selbst auf. Er schlägt ihn nicht am Menschen aus. Und das, was hier im Garten nur angedeutet wird, nimmt am Kreuz Gestalt an: Dort stirbt nicht der Sünder. Dort stirbt der Sohn.


Coda: Der vierte, der in der Wüste besteht

Invokavit. Der Sonntag, an dem wir an Jesus in der Wüste denken. Auch dort drei Versuchungen. Brot aus Steinen – der Leib will leben. Sich hinabstürzen – das Auge will staunen. Alle Reiche der Welt – der Geist will herrschen. Dieselbe Struktur wie in Eden.

Aber Jesus schweigt nicht wie Adam. Er greift nicht wie Eva. Er schiebt nicht ab. Er antwortet – klar, nüchtern, ohne Ausweichen. „Es steht geschrieben." Das Wort Gottes, das Adam vergaß, hat Jesus nicht vergessen.

Was im Garten verloren ging, wird in der Wüste zurückgewonnen. Nicht für Jesus allein – für uns. Er trägt, was Adam fallen ließ. Er besteht, wo wir versagen. Und er hängt am Ende nackt am Kreuz – damit Gottes Kleider uns warm halten.

Denn Gott näht immer noch.

Amen.



Diese Predigt ist in drei Stufen komplett von Claude Sonett 4,6 geschrieben, nachdem ich die KI auf meine Predigten trainiert habe. Eine Versuchung ganz eigener Art. 

Der Prompt lautete: 

Predigt zu 1. Mose 3,1–24

Sonntag Invokavit. Thema: die drei Versuchungen und die Versuchung: Eva, Adam, Gott. 5000 Zeichen.


Donnerstag, 31. Oktober 2024

Drei Nägel. Predigt zum Reformationstag 2024. Letzte Predigt im aktiven Dienst.

 

Kein Mensch ist vor Gott gerecht,  weil er das Gesetz befolgt. Vielmehr erkennen wir erst durch das Gesetz, was Sünde ist. Der Mensch wird gerecht durch den Glauben. Römer 3, 20, Basisbibel.

Liebe Gemeinde!

Einen einzigen Vers habe ich ausgewählt aus dem Brief an die Römer, und es ist der Vers, der für mich alles enthält, was für mich als Christenmensch wichtig ist, wenn man so will: meine Berufung.

Und er ist zugleich, und darum passt es, ein Schlüsselvers für den heutigen Tag: Es war einer der Verse, der Martin Luther zum Reformator machte.

Und drittens: In diesem Vers steckt auch die Deutung unseres christlichen Schlüsselsymbols: was das Kreuz bedeutet.

Meine Berufung, Martin Luthers Durchbruch, das Kreuz Jesu. Von ihnen will ich sprechen. Sie verdichten sich für mich im Symbol des Nagels : darum die drei Nägel.

Der erste Nagel: Das Kreuz Jesu

Vielen Menschen ist das Kreuz unheimlich, sie finden es abstoßend. Und das aus zwei Gründen.

Der erste ist sehr schwerwiegend und hat mich ein ganzes Leben lang beschäftigt: Im Namen und unter dem Zeichen des Kreuzes sind abscheuliche Verbrechen begangen worden. Das Kreuz ist für viele Menschen das Symbol für alles, was in, an und mit der Kirche schiefgelaufen ist. Und wir tun, gerade am Reformationstag, gut daran, uns das immer wieder vor Augen zu halten.

Eine Evangelische Kirche, das war mir mein Pfarrerleben lang wichtig, ist keine Heilsanstalt, kein Institut der besseren Menschen, der besonders Berufenen, Erleuchteten und Befähigten. Sie ist eine Organisation, die dafür sorgt, dass die frohe Botschaft verkündigt wird. Dafür sind wir da. Als solche ist sie eine menschliche Organisation, sie unterscheidet sich darin in nichts von der AOK oder einer Versicherung. Und das heißt auch: Sie ist fehlbar, sie ist in ihrem Möglichkeiten so begrenzt, wie Menschen nun einmal begrenzt sind. Auch die Kirche steht unter dem Kreuz wie alle Menschen, ja die ganze Schöpfung.

Ich glaube, das ist der tiefere Grund, warum das Kreuz für viele Menschen so schwierig ist. Es erinnert uns daran, was wir sind: sterbliche Menschen.

Als solche aber sind wir von Gott geliebt, der nicht mit Gewalt auf Gewalt antwortete, sondern mit noch mehr Liebe, symbolisch gefasst im Bild der Auferstehung. Hinter dem Kreuz geht es weiter. Das Kreuz ist nicht das letzte Wort.

So war mir das Kreuz immer ein Zeichen der Hoffnung. Mein Leben ist geprägt von Verlusten, es ist geprägt von der Geschichte meiner Eltern, die beide früh verwaist die Zeit des Krieges erlebt habe, Geschichten von Flucht und Entwurzelung prägten meine Kindheit, es ist bestimmt vom Verlust vieler Freunde, seit der Grundschulzeit erlebte ich, dass Freunde sterben, eine zerbrochene Ehe in meinen sogenannten besten Jahren, die darum keine waren, lebensbedrohliches berufliches Scheitern samt Zusammenbruch in der Mitte meines Berufslebens – immer war mir das Kreuz ein Symbol, ein Zeichen der unverbrüchlichen Liebe Gottes, der lieber selber die Gewalt auf sich nahm, als selbst gewalttätig zu werden. Das Kreuz ist mir ein Zeichen, dass Leid, Kummer und Scheitern überwunden werden können und zugleich die Wahrheit unseres Leben sind. Das heile Welt Christentum mit Engelchen und Alles-halb-so schlimm-EiaPopeia war und ist nicht mein Ding.

So steht der erste Nagel für das Kreuz, steht für die Gewaltlosigkeit Gottes in einer gewaltvollen Welt, steht für die Zuwendung zu mir, für die ich nichts tun kann, außer sie mir gefallen zu lassen, wie man sich die Liebe gefallen lassen muss. Nicht, weil ich ein guter Mensch bin, liebt mich Gott, sondern weil ich ein Mensch bin. Genau das sagt der Vers aus dem Römerbrief, den ich noch einmal, jetzt freier übertragen, zitiere:

Kein Mensch von Gott geliebt, weil er sich an die Regeln hält, sondern in unserem Scheitern erkennen wir erst, wie es um uns steht: Nur durch Vertrauen bleiben wir bei Gott.

Vertrauen. Das war die große Entdeckung Martin Luthers. Er war ein von Angst geplagter Mensch, geplagt von der Angst vor Gott, der ihm in seiner Zeit nur als Richter begegnete, der die Menschen bestraft und belohnt, wie sie es verdient haben. Er spürte, dass es gar nicht möglich war, diesem Anspruch gerecht zu werden. Er wurde Mönch, um ein besonders gutes und gottgefälliges Leben zu führen, und das machte alles nur noch viel schlimmer. Er geriet in die Fänge eines abscheulichen Leistungsdenkens. Wie ein Kind, das verspricht, immer artig zu sein, weil es Angst vor Strafe hat oder Angst, die Liebe seiner Eltern zu verlieren, quälte er sich. Er bestrafte sich, er richtete sein ganzes Leben an dem aus, was ihm als Gebot Gottes vermittelt wurde – und scheiterte. 

Er studierte Theologie, um dem auf den Grund zu gehen, doch je tiefer er in die Bibel eindrang, um so schlimmer wurde seine Angst. Aus jeder Zeile grinste ihm der fruchtbareGott entgegen, und was immer er tat: Es wurde nur noch furchtbarer. Bis er, nach langen Jahren des Ringens, die ihn auch körperlich kaputt machten, den Gedanken im Römerbrief entdeckte, den wir gerade hörten. Der Gerechte wird aus Glauben leben. Aus Glauben! Und Glauben meint nicht sklavischen Kadavergehorsam und gute Werke tun, sondern Vertrauen. Vertrauen auf die Liebe Gottes. Nicht ich muss Gott gerecht werden, sondern Gott wird mir gerecht. Je weiter ich mich von ihm abwende, um so näher kommt er mir, nicht, um mich zu bestrafen, sondern um mich zu befreien.

Das Leben, so Luthers Entdeckung modern formuliert, ist keine Casting-Show und kein Olympiastadion, in der die Guten belohnt und die Bösen von Gott bestraft werden, mit no chance, zu bestehen. Sondern für das Leben gilt, was Jesus sagt, mein Konfirmationsspruch: Jesus Christus spricht, ich lebe, und ihr sollt auch leben! (Joh 14,18). Am Ende ist das ein ganz einfacher Satz. Ihr sollt leben! 

Das war Luthers Erkenntnis. Die musste er der Welt mitteilen. Sie machte ihm schlagartig deutlich, dass eine Kirche, die Menschen Angst macht, nicht die Kirche Gottes ist, sondern, wie er es formulierte, die Kirche des Teufels. Diese Erkenntnis packte er in die 95 Thesen, die er zur öffentlichen Diskussion stellte, in dem er sie am Vorabend des Allerheiligenfestes 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelt.

Dafür steht der zweite Nagel: Für die Befreiung der Kirche von einem Gottesbild, das Angst macht, anstatt zu ermutigen. Auch für Luther wurde das Kreuz zum Zeichen der Befreiung.

Wir können uns als Kirche abstrampeln, soviel wir wollen – und wir strampeln gerade sehr – ohne Vertrauen wird das zu nichts führen außer zu Angst, Verzweiflung und Mutlosigkeit. Ohne Vertrauen werden wir festgenagelt auf unsere Leistungen, und das kann nicht gutgehen.

Wir hören noch einmal den Vers aus dem Römerbrief:

Kein Mensch von Gott geliebt, weil er sich an die Regeln hält, sondern in unserem Scheitern erkennen wir erst, wie es um uns steht: Nur durch Vertrauen bleiben wir bei Gott.

Und der dritte Nagel: Das ist der Nagel, an den ich nun meinen Talar hängen werde.

Ich habe meine Berufung zum Christsein, die ich schon früh verspürte, zu meinen Beruf gemacht. Denn Pfarrer-sein bedeutet im evangelischen Verständnis nichts anderes, als für die Verkündigung des Evangeliums freigestellt und bezahlt zu werden. Ich habe, um es mal ganz deutlich zuzuspitzen, damit meinen Lebensunterhalt bestritten.

Und es ist ein toller Beruf, wie es nur wenige gibt. Dass er so gut zu vielen meiner Talente und Interessen passte, war noch das Sahnehäubchen obendrein, die mir den Umgang mit den weniger leichten Aufgaben, wie z.B. Bauen, Verwalten, Umgang mit Geld - erleichterte.

Aber ich hatte ja auch immer Menschen um mich herum, die besser konnten, was ich nicht konnte. Pfarrer konnte ich jedenfalls immer nur als Teamplayer sein, wenn auch vielleicht manchmal als ein anstrengender Teamplayer, mein lockeres Mundwerk war nicht immer hilfreich.

Das tat ich nun 38 Jahre im Dienst, auf wahrlich vielen verschieden Stellen – ich habe 16 Urkunden in meinem Aktenordner – getan. Und wie jeder Beruf, hat auch der ein Ende und eine Zeit der Ruhe, die ihm zusteht.

Ich habe getan, was ich konnte, und leider auch vieles nicht getan, was ich hätte tun können und oft auch getan, was ich besser nicht hätte tun sollen.

Wie es jedem geht, der seinem Beruf mit Leidenschaft nachgeht, ob er nun Architektin, Müllmann, Ärztin oder Ingenieurin ist. Ich habe Höhen und Tiefen erlebt, Scheitern und Gelingen, ich habe Sachen richtig gut hinbekommen und andere gründlich vermurkst, ich war mutig und feige, ich war voller Hoffnung und voller Verzagen. Immer aber, und dafür bin ich dankbar, immer aber wurde ich getragen von dem, was Paulus das Wort vom Kreuz nennt, immer wurde ich getragen von der Hoffnung, dass das Wort Gottes sich seinen Weg bahnt, selbst dann, wenn ich ihm im Wege stehe.

Immer wurde ich getragen von Menschen, die mich begleiteten und stützten, die mich kritisierten und herausforderten.

Dafür bin ich dankbar. Ich gehe in den Ruhestand, ein wenig vorzeitig aus persönlichen Gründen, ich mache keinen Hehl daraus, dass ich auch ein bisschen müde geworden bin und mich darauf freue, meine Füße hochzulegen.

Aber ich bin auch hoffnungsfroh, denn ich sehe, dass die, die nach mir kommen, den Beruf auf ihre Weise füllen, und vieles davon, was die jüngeren Kolleginnen und Kollegen machen gefällt mir sehr gut. Es wird nicht alles schlechter. In dieses Altmännergenörgel möchte ich nicht verfallen, davor behüte mich Gott!

Und das gilt auch für die Gemeinden. Die Kirche verändert sich gerade rasant. Für manche ist es ein Zerfall, sie werden irre an dem, was gerade geschieht und wollen ängstlich an dem festhalten, was gewesen ist.

Denen möchte ich zurufen: Bedenkt unsere Anfänge! Die Reformation war ein gewaltiger Umbruch, die alles in Frage stellte, was bis dahin für gut und richtig galt. Es waren nur Zufälle und günstige Gelegenheiten so wie ein paar mutige und weitsehende Menschen, die Luther vor dem Scheiterhaufen bewahrten.

Meine Haltung zu all den Veränderungen, an denen ich die letzten Jahre auch als Teil der Kirchenverwaltung meinen winzigen Beitrag geleistet habe, ist völlig klar: Wir brauchen keine neue Reformation, wir brauchen nur die alte Reformation neu zu verstehen.

Ecclesia semper reformanda – die Kirche muss ständig erneuert werden,  formulierte es der Theologe Karl Barth in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und das ist ein Satz, der mich ein Pfarrerleben lang begleitete. Wer hier Angst hat, dass alles zu Grunde geht, sehe zu, ob er nicht an etwas hängt, was uns letztlich sogar als Kirche geschadet hat: mittelalterliche und behördliche Strukturen, patriarchales Amtsverständnis, moralische Besserwisserei, obrigkeitliches Denken, bürgerliche Privilegien.

Wie sagt doch der Vers aus dem Römerbrief so schön: Kein Mensch von Gott geliebt, weil er sich an die Regeln hält, sondern in unserem Scheitern erkennen wir erst, wie es um uns steht: Nur durch Vertrauen bleiben wir bei Gott.

In diesem Vertrauen hänge ich nun meinen Talar, der nicht Ausdruck einer besonderen Weihe ist, sondern ein Symbol für meinen Beruf der öffentlichen Verkündigung, an den Nagel. Für immer? Naja, man wird sehen. Die Katze lässt das Mausen nicht. Ich gönne mir eine Pause, und dann sehen wir mal, was sich ergibt.

Drei Nägel: Alle drei Symbole der Hoffnung. Auf den ersten Blick sicher nicht, aber ich hoffe, dass sich nach dieser Predigt – und das war immer das Anliegen meines Predigens – der Blick auf diese Nägel verändert hat. Was aussieht wie ein Symbol des Schreckens, entpuppt sich als Symbol der Hoffnung.

Was bleibt? Ich sage hier und heute "Danke" an Euch alle, stellvertretend für all die Menschen, denen ich ein Pfarrerleben lang begegnete: Danke, dass ihr mir zugehört habt. Danke, dass ihr mich getragen und manchmal auch ertragen habt. Ich habe immer aus Gottesdiensten, aus Unterricht und Seelsorge, ja selbst aus meiner Arbeit in der Kirchenverwaltung, mehr mitgenommen, als ich gegeben habe.

Das ist nicht selbstverständlich: Ich gehe ohne Groll, ohne falsche Wehmut und durchaus getröstet.

Und damit kommt der letzte Dank, der wichtigste Dank: Dank an Gott, der mich diesen Weg hat gehen lassen und mir immer sein Kreuz vor Augen gemalt hat als Zeichen der Hoffnung.

Ein letztes Mal der Vers aus dem Römerbrief in meiner Übertragung:

Kein Mensch wird von Gott geliebt, weil er sich an die Regeln hält, sondern in unserem Scheitern erkennen wir erst, wie es um uns steht: Nur durch Vertrauen bleiben wir bei Gott.

Seid gesegnet. Gelobt sei Jesus Christus. Amen.